Hufrehe durch Fruktan? Diese Wetterlagen solltest du kennen.
Besonders kritisch in den Übergangsmonaten ist der Fruktangehalt im Gras. Fruktan ist im Grunde der Energiespeicher der Gräser. Das Problem: Unsere Pferde können es im Dünndarm nicht verdauen. Landet zu viel davon im Dickdarm, kippt die Darmflora und es werden Giftstoffe freigesetzt, die dann z.B. Hufrehe auslösen können. Besonders Risikopferde sollten bei den folgenden Wetterlagen am besten gar nicht auf die Weide.
Die einfache Regel: Der Fruktangehalt schiesst hoch, wenn die Pflanze Zucker produziert (Sonne), aber nicht wachsen kann (Kälte/Stress).
Vorsicht bei diesen Wetterlagen aufpassen
- Sonnig und Kalt (unter 8 Grad): Das ist die gefährlichste Kombination! Die Sonne produziert den Zucker, aber die Kälte stoppt das Wachstum. Fruktan bleibt gespeichert.
- Sonnig nach Nachtfrost: Das gespeicherte Fruktan wird über den Tag nur langsam abgebaut. Deshalb ist Vorsicht angesagt. Am besten NICHT morgens auf die Weide.
- Bewölkt und über 8 Grad: Das Gras wächst zwar, verbraucht aber weniger Fruktan wegen der geringen Sonne. Besonders bei empfindlichen Pferden ist deshalb Vorsicht geboten.
- Abgefressene Weiden: Kurzes Gras ist extrem gestresst und speichert das Fruktan direkt unten am Stängel – genau da, wo die Pferde ihn am liebsten abknabbern.
Tipps zum sicheren Weidegang:
- Erst Heu füttern: Füttere mindestens 20-30min vorher Heu, damit ist der erste Heisshunger gestillt und der Magen schon gut gefüllt.
- Timing ist alles: Lass dein Pferd an kalten, sonnigen Tagen NICHT in den frühen Morgenstunden auf die Weide. Besser ist der Mittag/Nachmittag, wenn die Pflanze das Fruktan über den Tag schon etwas abgebaut hat. Bei Frost oder langanhaltender Kälte sollten Risikopferde überhaupt nicht auf die Weide.
- Begrenze die Zeit und Menge: Bei Risikopferden kann z.B. ein Maulkorb (Fressbremse) Abhilfe schaffen, zu viel fruktanhaltiges Gras aufzunehmen, ohne die Zeit zu stark limitieren zu müssen. Alternativ die Weide täglich stückweise abtrennen, damit nicht zu viel Fläche auf einmal abgefressen wird.
- Achte auf die Gräser: Spezialisierte Mäh-Wiesen mit viel Weidelgras sind oft wahre Fruktan-Bomben. Fruktanarme Gräser wie Knaulgras, Wiesenlieschgras oder Wiesenschwingel sind geeigneter.
Ergänzung von innen
Viele Pferdebesitzer setzen auf eine pflanzliche Ergänzung für den Darm und Stoffwechsel. Besonders bei Pferden wichtig, die bereits Probleme mit dem Stoffwechsel haben.
- Leberschutz: fördert Entgiftung und Stoffwechsel
- Anti-Kotwasser: stabilisiert die Darmflora und bindet Schadstoffe

